Als das SRF im Jahr 2009 den Relaunch des Schweizer «Tatorts» plante, warst du als Kommunikationschef der Stadt massgeblich daran beteiligt, dass diese traditionsreiche Serie ihren Weg zu uns nach Luzern fand. Dabei vereinten sich in dir gleich mehrere grosse Leidenschaften.
Allen voran natürlich deine tiefe Verbundenheit mit deiner Stadt und der gesamten Region. Du kanntest jeden Winkel von Luzern – und zu fast jedem Haus wusstest du eine Geschichte zu erzählen. Du kanntest jeden Gipfel im Urnerland und jedes Güpfi im Entlebuch.
Hier warst du verwurzelt. Und du hast es geliebt, unsere Stadt und Region zu zeigen, wenn Besuch aus dem Ausland kam. Mit deinem beeindruckend breiten Wissen über Geschichte, Politik und Kultur konntest du fesselnd erzählen – spontan, lebendig und stets mit grosser Begeisterung.
Du warst – und das ist das Zweite – ein leidenschaftlicher Filmliebhaber und ein ausgewiesener Filmkenner.
Das Medium Film, das mit Bild, Ton und besonders auch mit Musik nicht nur informieren, sondern Gefühle transportieren und Geschichten lebendig werden lassen kann – dieses Medium hat dein Herz immer wieder tief berührt.
Und du hast früh erkannt, welches Potenzial Serienproduktionen und das Filmschaffen insgesamt für eine Region entfalten können: einen wirtschaftlichen Impuls, Standortpromotion im besten Sinne – und nicht zuletzt neue Perspektiven und Arbeitsplätze für unsere Kreativschaffenden vor Ort. Gerade das war dir ein besonderes Anliegen.
Es ist mir ein Herzensanliegen festzuhalten, dass DU, lieber Chläusi, damals mit der Filmlocation Lucerne – wie sie anfangs hiess – die erste professionelle Stelle dieser Art in der Schweiz aufgebaut hast.
Andere Regionen nahmen sich daran ein Beispiel. So entstanden nach und nach Film Commissions im Tessin, in Zürich, im Wallis und in Genf. Und inzwischen wird dieses Thema sogar intensiv auf Bundesebene diskutiert.
Als klar wurde, dass mit dem «Tatort» vermehrt in Luzern und Umgebung gedreht werden würde, hast du von Beginn an darauf geachtet, die richtige Balance zu finden: optimale Produktionsbedingungen auf der einen Seite – möglichst wenig Beeinträchtigung für die Bevölkerung auf der anderen.
Mit deinem riesigen Netzwerk hast du Brücken gebaut, Vertrauen geschaffen und Menschen zusammengebracht. Du hast die richtigen Stellen und Persönlichkeiten ins Boot geholt – städtische Behörden, Polizei, Feuerwehr und viele weitere. Auf operativer Ebene führte Franz Moser die Arbeiten, später durfte auch ich Teil dieses Weges werden.
Du warst ein Macher. Ein Ermöglicher. Wenn uns Schwierigkeiten begegneten, hast du immer wieder kreative Lösungen gefunden – stets im Dienst der guten Sache. Kein Wunder, dass zahlreiche Filmcrews noch heute von diesen Produktionen schwärmen und immer wieder gerne nach Luzern zurückkehren.
Ein ganz besonderes Highlight waren die European Film Awards 2024, die vor gut einem Jahr im KKL stattfanden. Gemeinsam haben wir diesen hochkarätigen Anlass nach Luzern geholt und dieses Grossprojekt gestemmt – in enger Zusammenarbeit mit Stadt und Kanton, dem Bundesamt für Kultur, der SRG sowie den Partnerinnen und Partnern der European Film Academy.
Es war ein gewaltiges Unterfangen. Eine grosse Herausforderung. Nicht immer einfach.
Aber es hat sich mehr als gelohnt: Luzern hat sich national wie international hervorragend präsentiert. Und wir beide – wir waren erfüllt von Freude, von Stolz und von tiefer Dankbarkeit, Teil davon gewesen zu sein.
Lieber Chläusi, lieber Partner in Crime,
dein Engagement, deine Leidenschaft und dein Herzblut waren für alle sichtbar und spürbar.
Und genau diese drei Worte sind es, die in den unzähligen Nachrichten und Reaktionen der vergangenen Wochen immer wieder gefallen sind:
Engagement.
Leidenschaft.
Herzblut.